Akupunktur

Akupunktur Pferd Hund

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die Akupunktur ist ein Teilbereich der Traditionellen Chinesischen Medizin und wird bereits seit Tausenden von Jahren bei Menschen und Tieren angewandt. Sie nutzt als Grundlage die Lehre von Yin und Yang.

 

Das Prinzip hierbei lautet, das Gleichgewicht eines Organismus zu erhalten oder wieder herzustellen, indem die Ausgewogenheit der Polaritäten, wie z.B. Tag und Nacht, die gegenseitig die Grundlage des anderen darstellen, angestrebt wird. Ohne Tag gäbe es keine Nacht, ohne Freude gäbe es keine Trauer und ohne Angst gäbe es keinen Mut, d.h. die Gegensätze bestehen immer in Abhängigkeit zueinander und gehen fließend ineinander über.

Überwiegt eines der beiden Polaritäten, führt das im chinesischen Verständnis zu Krankheit. Das Qi stellt die Lebensenergie dar und alle Krankheiten werden als Störungen des Qi empfunden.

Die zu behandelnden Akupunkturpunkte liegen auf den 12 Meridianen oder 8 Sondermeridianen.  Hierbei handelt es sich um Energiepfade, auf denen das Qi durch den Körper wandert und alle Organsysteme miteinander verbindet.

 

Bei der Auswahl der Akupunkturpunkte kann man Lokalpunkte mit Fernpunkten kombinieren, Punkte mit spezieller Wirkrichtung nutzen, die Ausgewogenheit durch bilaterales Stechen auf der linken und der rechten Körperhälfte herstellen, direkt die Schmerzpunkte wählen oder es kann die Kombination von Zustimmungs- und Alarmpunkten genutzt werden.



Hauptwirkungen der Akupunktur

- Verbesserung der Durchblutung

- Freisetzung von Neurotransmittern und Neurohormonen, sie fördert z.B. die Ausschüttung von Endorphinen

- Stimulation des Immunsystems

- Stimulation des Nervensystems

 

Bei unseren Tieren gibt es eine Vielzahl von

Einsatzmöglichkeiten, z.B.:

1. Bewegungsapparat

- Arthritis

- Arthrose

- Hufrollenerkrankung

- Kniegelenksentzündungen

- Sehnenerkrankungen

- Rückenbeschwerden

- Taktunreinheiten

- Unklare, wiederkehrende Lahmheiten

- Verspannungen

2. Atemwegserkrankungen

- Bronchitis

- COPD

- Dämpfigkeit

- Husten

- Schnupfen

3. Hauterkrankungen

- Ekzeme

- Leckgranulome

- Narbenbehandlung

- Wundheilungsstörungen

4. Magen-/Darmerkrankungen

- Durchfall

- Erbrechen

- Kotwasser

- Verstopfung

5. Weitere Erkrankungen

- Allergien

- Augenerkrankungen

- Hormonelle Störungen

- Immunschwäche

- Infekte

- Leistungsabfälle

- Ohrenentzündungen

Nebenwirkungen der Akupunktur

Nebenwirkungen sind sehr selten, wenn die Akupunktur korrekt ausgeführt wird. Gelegentlich kann es zu einem minimalen Blutaustritt an der Einstichstelle kommen. Auch eine Erstverschlimmerung der Erkrankung kann auftreten, da Akupunktur die Selbstheilhungskräfte des Körpers anregen soll. Akupunktur ist aber eine sehr sichere Therapieform und es kommt nur in wenigen Fällen zu Nebenwirkungen.

 

Akupunktur wird mit sehr dünnen, biegsamen und sterilisierten Einmalnadeln ausgeführt. Beim Durchstechen durch die Haut kann es manchmal zu einem kurzen Schmerzreiz kommen. In den meisten Fällen tolerieren die Tiere die Akupunkturbehandlung aber sehr gut und entspannen und schlafen oft, während die Nadeln an ihrem Platz liegen.

 

Die chinesische Phytotherapie stellt eine wirkungsvolle Unterstützung der Akupunktur dar oder kann auch, wenn z.B. eine Akupunkturbehandlung nicht möglich ist, alleine genutzt werden. Auch sie wird, wie die Akupunktur, auf Basis der vorgestellten Leitkriterien angewendet.

 

In jedem Fall wird von mir erst nach einer ausführlichen Untersuchung, unter Berücksichtigung aller zusammengefassten Symptome und Begleitumstände, mit gründlicher Einschätzung nach TCM-Richtlinien, ein Behandlungsplan erstellt.

 

Weder die Akupunktur noch die chinesische Phytotherapie stellen eine Konkurrenz zur westlichen Veterinärmedizin dar, sondern dienen als eine wertvolle Ergänzung, die durch den Tierheilpraktiker geleistet werden kann, bei der Therapie von verschiedenen Erkrankungen, zum Wohle des Tieres.

 

Für die erfolgreiche Therapie sind meist mehrere Sitzungen nötig.

 

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